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Bambus

Warum gerade Bambus?

  • Allgemeine Informationen zu Bambus sind im Internet schon zuhauf vorhandenen.
  • Ich möchte deshalb dazu nur einige Ergänzungen, die aus meiner Sicht wesentlich erscheinen anfügen.

Einige erstaunliche Eigenschaften von Bambus sind folgende:

  • Als Riesengras sind eigentlich alle Arten äußerst robuste, widerstandsfähige und gegen viele verbreitete Pflanzenkrankheiten resistente Organismen.
  • Auch kommen sie generell mit unterschiedlichsten Bodentypen gut zurecht, solange sie nicht zu lange im Wasser stehen oder absoluter Trockenheit ausgesetzt sind.
  • In der Toleranz dieser Extremzustände reagieren die Arten natürlich auch unterschiedlich. Mehr dazu dann in der Artenbeschreibung.
  • Da der Bambus eine wintergrüne Pflanze ist, betreibt sie auch im Winter Fotosynthese. Auf Grund der niedrigeren Umgebungs Temperaturen und der deutlich geringeren Lichtmenge ist dieser Prozess natürlich deutlich verlangsamt. Wenn der Boden also nicht gefroren ist, findet auch im Winter etwas Rizomwachstum statt.
  • Die Nordlichter leiden chronisch unter mäßigen Sommertemperaturen und das dämpft leider auch das Halm Wachstum. Da ist die Situation in Bayern durch den steileren Sonneneinfall, die größere Anzahl an Sonnenstunden und durch die größere Höhe bedingtes intensiveres UV-Licht schon um einiges günstiger. Aber dennoch ist das langjährige Mittel in der Wärmesumme in Osnabrück 9,4 Grad Celsius und in Augsburg ein ganzes Grad weniger, nämlich 8,4 Grad Celsius.
  • Das Thema der CO2 Bindung in Biomasse, welche sich im Boden abgelagert und nicht weiter zersetzt also wieder in CO2 zurückfällt sondern weiter nach oben anhäuft und im Laufe der Jahre Flöze bildet, wird die Menschheit in Zukunft zwangsläufig noch länger beschäftigen.
  • Verschiedene Bambusarten entwickeln sich in ihren jeweils idealen klimatischen Umgebungen zu wahren Weltmeistern an Effektivität in der Fotosynthese. Miscanthus und Paulownia haben unter idealen Bedingungen ebenfalls den Ruf von Weltmeistern in der Fotosynthese.
  • Wobei Bambus von den genannten Pflanzenarten wohl vermutlich am meisten Biomasse unterirdisch in Rhizomen abgelagert.

Vorbereitungen für das Auspflanzen

Überhaupt ist aufgelockerter, leichter und gut drainierter Boden für die Entwicklung von Wurzelwerk von Bambus von Vorteil.
Ich empfehle deshalb vor dem Auspflanzen von Bambus großzügig das zur Verfügung stehende humusarme und mineralische Erdreich aufzulockern und mit reichlich Komposterde / Torf zu vermischen.

Alle Gräser lagern Kieselsäure in ihre Halmstrukturen ein. Diese ist zwar in allen Böden vorhanden, aber nur in kolloidaler oder in Wasser gelöster Form für Pflanzen verwertbar. Diese Prozesse vollziehen sich in leicht sauerem Milieu, da jede andere im Boden vorkommende Säure stärker ist, kann dadurch die Kieselsäure leichter aus ihren Salzen getrieben werden.
Unbelasteter Bentonit ist auch eine gute Zugabe zum Kompost, weil er enorme Mengen an Wasser speichern kann und über kolloidale Kieselsäure verfügt.


Weiterhin hat sich die Gründüngung (Mulchen) mit Rasenschnitt (Kieselsäure) bewährt.

Dies hat mehrere Vorteile:

  • Zum einen ist der Zeitpunkt immer richtig, weil der Rasen auch immer dann wächst, wenn der Bambus Stickstoff verarbeiten kann.
  • Anderer Kleinwuchs, welcher dem Bambus ein Nährstoff / Nahrungs- Konkurrent wäre, am Aufkeimen gehindert wird.
  • Und schließlich ist der Rasenschnitt dann weg und muss nicht mehr aufwändig entsorgt werden.
  • Man sollte aber darauf achten, dass der Rasenschnitt sofort nach dem Mähen um eine Schimmelbildung / Gärung zu verhindern als Mulch aufgebracht wird im und zwar nicht dicker als zirka 5 cm.

Ein Nachteil jedoch sollte nicht verschwiegen werden:

  • Das Mulchen fördert generell die Ansiedlung von Wühlmäusen. Deshalb sollten häufig genaue Kontrollen auf möglichen Befall durchgeführt werden.

Wässern:

  • Während der Zeit des Austriebs ist großzügige Versorgung mit Wasser wichtig für gutes Halm Wachstum.

Halmpflege:

  • Da ich erst 2002 mit Phyllostachys in unserem Garten begonnen habe, gibt es hier noch keinen wirklich etablierten Bambus.
  • Es gibt alljährlich noch Höhen- und Dicken- Zuwachs auch der Alata und der viridiglaucescens, mit denen ich begonnen habe, legen noch jedes Jahr im Format etwas zu.
  • Solange also keiner meiner Bambusse wirklich etabliert ist, werde ich Ihnen fast alle Halme mit grünen Blättern lassen und schneide nur einmal jährlich alte, gebrochene, zersplitterte, winzige und tote Halme/Zweige heraus.
  • So haben die Bambusse ihr ganzes Photosynthese Potenzial zur Verfügung und können sich schneller aufbauen und etablieren.
  • In einem etablierten Hain werde ich von den zu dicht stehenden Halmen dann die Dünneren (auch Älteren) herausgeschneiden.

Bambus und Klima?

Bei meinen Recherchen zur Verwendung von Bambusarten entsprechend ihrer jeweiligen Klimazonen als erstklassige CO2- Binder und Bodenverbesserer, bin ich kürzlich auf diese aufschlussreiche Forschungsarbeit gestoßen.
Allen von euch, den auch Renaturierung am Herzen liegt, sollten sich dieses Dokument zur Brust nehmen. 
Es handelt sich um einen Artikel den Fred Vaupel in seinem Bambuslexikon vorstellt über die Rolle von Guadua nach der Eroberung Lateinamerikas durch die spanischen und portugiesischen Conquistadores als entscheidender Faktor auf die weltweite Klimaänderung im Folgejahrhundert .

Hier nochmal der direkte Link zu dem wirklich aufschlussreichen Artikel.  

Jeder neue Quadratmeter Bambus ist besser als noch ein Quadratmeter Beton!

Mich hat das Bambus Fieber noch fest im Griff, aber ich sehe es nicht als Krankheit oder sog. Leidenschaft mit der Betonung auf Leiden, sondern als pure Begeisterung für eine der vielfältigsten (variantenreichsten) Erscheinungen des (Pflanzen-) Lebens an sich auf unserem wunderbaren blauen Planeten.

Und jetzt das aller Schönste - du und ich und all die anderen Lebewesen dürfen daran Teil haben - hier und jetzt sind wir selbst ein Teil dieses Wunders.
Wir sind somit ja auch keine Leidensgenossen sondern eher " Begeisterungs Teilhaber "!