Gartenpflege
Da auch die Gärtner dem natürlichen Vorgang des Alterns unterliegen, ist es ratsam einen Garten so anzulegen, dass sich der erforderliche Pflegeaufwand mit zunehmender Vegetation reduziert.
Dass das ein frommer Wunsch bleiben wird, ist wohl offensichtlich.
Aber vielleicht schält sich noch das eine oder andere Konzept heraus mit dem sich dieser gordische Knoten lösen lässt.
Der Garten im Wandel der Zeit
- Da die verschiedenen Gewächse mit unter auch deutlich unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeiten aufweisen, bleibt es nicht aus, dass im Laufe der Zeit einige Pflanzen andere überwachsen oder sogar völlig überwuchern.
Wenn man hierbei verhindern möchte, dass die unterlegenen Pflanzen eingehen, dann muss man nach und nach die Wucherer selektiv zurückschneiden. - Außerdem verfügen die verschiedenen Gewächse auch über große Unterschiede im Lichtbedarf.
Durch die Entwicklung von Pflanzen im Laufe der Jahre entsteht beispielsweise Schatten wo vorher noch keiner war.
Dadurch wird eine dort stehende lichthungrige Pflanze in ihrer Existenz bedroht. Hier muss entweder die eine zurückgeschnitten werden um den Schattenwurf zu reduzieren, oder die andere lichthungrige Pflanze wird umquartiert. - Mal ganz abgesehen von den sich wandelnden Vorstellungen des Gartengestalters im Laufe der Zeit — und genau das bedeutet Lebendigkeit im Gegensatz zu einem eingefrorenen Status Quo, welcher genau genommen auch mit höchstem Einsatz gar nicht eingehalten werden kann.
Pflege in Verbindung mit Bambus - da denkt man sofort an Außläufer treibenden Bambus und Rhizomsperre.
- Rhizomsperre ist nicht billig und die Verlegung der selben recht aufwändig.
Wer also im ländlichen Bereich genügend Platz hat, der lässt seinem Bambus in der Regel freilaufen.
Es wird sich aber früher oder später die Situation ergeben, wenn unterschiedliche Arten gepflanzt wurden, dass diese ineinander wachsen. Wer das verhindern möchte oder nur über einen kleinen Siedlungsgarten verfügt, tut gut daran Rhizomsperren zu setzen und die Pflanzstrukturen im Garten und den Frieden mit den Nachbarn über längere Zeit hinweg zu erhalten. - Eine Eingrenzung mit Rhizomsperre kommt aber je nach Größe derselben bis zu einem gewissen Grad einer Topfpflanzung gleich.
- Dieser Umstand erfordert in der Folge auch mehr Pflegeaufwand, wenn die eingegrenzten Pflanzen gut gedeihen sollen. Hauptsächlich werden durch diese Maßnahmen natürlich der Wasser und Nährstoffhaushalt beeinträchtigt.
Kurz gesagt — wer viele eng gefasste Vorstellungen in seinem Garten verwirklichen möchte, der hat auch viel Arbeit.
Der Gemütsmensch sagt hier einfach - lass wachsen Mann!
Angst- betonte Charaktere, besonders die Nachbarschafts- fürchtigen im Land des Maschendrahtzaunes können nach dem Einbau einer Rhizomsperre besser schlafen.
Dennoch ist auch in diesem Falle regelmässige Kontrolle der Sperre auf Überwuchs der Rhizome mit anschließendem Wiedereintauchen ins Erdreich zu achten
Der "Teufelslöffel"
Bei leichteren sandigen Böden, die nicht mit großen Steinen durchsetzt sind, eignet sich für diese Arbeit im folgenden Bild gezeigter Spezialspaten (Teufelslöffel).
![]()
Der Vorteil dieses genialen Monsters in Edelstahl ist die schmale Grabenbreite und die Möglichkeit auf zwei Durchgänge die erforderliche Gesamttiefe zu erreichen. Dabei wird der extrem lange und stabile Schaft als Hebel über die breite Fuß- Auflage nach hinten abgekippt (nach hinten ziehen, dann nach unten drücken).
So wird mit diesem Gerät nur ein Bruchteil des Erd- Volumens gegenüber der Verwendung eines üblichen Rodespatens bewegt.
Idealerweise sollte die Arbeit dann erfolgen, wenn das Erdreich nicht zu trocken ist, um ein Einrieseln von den beiden Graben- Flanken zu vermeiden.
Auch zu feuchtes Erdreich ist ungünstig, weil dieses dann telweise beim Aufhäufen des Abraums am Spaten- Blatt kleben bleibt.
Prinzipiell ist das werfen eines Grabens eigentlich eine stupide Arbeit - also für Idioten oder Sklaven.
Wenn man aber den Bogen raus hat, wie man den Teufelslöffel effektiv einsetzt, kann man eigentlich fast nicht mehr aufhören vor Freude am zügigen Fortschritt der Arbeit. Da wird dann der Teufelslöffel auch noch zum Ganzkörpersportgerät!
![]()
- Das Spaten- Blatt des Teufelslöffels ist aus einem der Länge nach halbierten kalt gezogenem Rohr von 10 cm Durchmesser und 4 Millimeter Wandstärke aus Molybdän- haltigen austhenitischen Edelstahl (V4A) gefertigt.
- Die Schneide ist kalt nachgeschmiedet und geschliffen. Der Schaft, Stiel und T-förmige Handgriff sind aus 1,5 Zoll starken Stahlrohr ebenfalls mit 4 Millimeter Wandstärke verschweißt.
- Das ganze Gerät ist eine Eigenkonstruktion und hat innerhalb der letzten zwei Jahre auf simple und elegante Weise durch äußerst wenig Erdaushub mitgeholfen 90 m Rhizomsperre, 85 m PE-Wasserleitung und ca. 65 m Erdkabel so tief zu verlegen, dass sie bei "normalen" Gartenarbeiten nicht beschädigt werden können.
- Diese Konstruktion und Bauart eines Spezialspatens gibt es meines Wissens nirgendwo im Handel zu kaufen.
- Natürlich ist er auch auf Grund seiner Stabilität und seines Gewichts als Rodespaten zum durchtrennen und aushebeln von Rhizomen bestens geeignet.
Früher benutzte ich dazu Erdmeißel mit breiter Schneide und Vorschlaghammer. - Einer der wesentlichen Vorteile, wie man sehr schön auf dem unten gezeigten Bild sehen kann, ist dass durch die schmale Grabenbreite auch der Eingriff in eine bereits bestehende Vegetation minimal ausfällt (Minimal-invasive Garten-Chirurgie).
- Es ist also nicht erforderlich andere Pflanzen für die Verlegung einer Rhizomsperre / Wasserleitung / Erdkabel etc. zeitweise zur evakuieren.
![]()
Gemüsebeet
Damit die Pflanzen auf dem Gemüsebeet gut wachsen, brauchen sie etwas zu trinken (Wasser), zu essen (Erde) und Luft zum atmen.
In der Erde sind wichtige Nahrungsmittel (Nährstoffe) für die Pflanzen vorhanden, die wir nicht sehen können. Damit den Pflanzen die Nährstoffe nicht ausgehen, muss ein Gemüsebeet von Zeit zu Zeit gedüngt werden. So bekommen die Pflanzen wieder frische Nahrungsmittel. Das ist so, als würdest du zuhause den Kühlschrank wieder auffüllen. Im Kompost ist alles drin was Pflanzen zum Wachsen brauchen; auch die Bodentiere lieben Kompost. Ein Gartenboden in dem viele Bodentiere leben ist ein gesunder Boden, auf dem Pflanzen besonders gut wachsen. Es gibt Pflanzen, die viel Nahrung brauchen. Die können etwas mehr Kompost gebrauchen als Pflanzen, die weniger Nahrung benötigen.
Regenwürmer im Garten
In Deutschland gibt es 33 verschiedene Sorten Würmer. Wir nennen sie meistens alle einfach Regenwürmer. Man findet sie überall im Boden. In der feuchten Erde dicht unter der Oberfläche fühlen sie sich wohl, denn sie haben eine dünne, lichtempfindliche Haut. Sie fressen welke Pflanzenteile, die Reste gestorbener Tiere und Erde. Wenn sie das alles verdaut haben scheiden sie fruchtbare Erde (Humus) aus. Sie graben viele Gänge durch den Boden, manche bis zu sieben Meter tief und lockern dabei den Boden auf. Es gibt viele Tiere, die sich von Regenwürmern ernähren, zum Beispiel Vögel, Dachse, Maulwürfe, Mäuse, Ratten, Igel, Schnecken, Laufkäfer, Kröten, Salamander und Schlangen.
Regenwürmer sind Zwitter. Das bedeutet, sie sind gleichzeitig männlich und weiblich. Sie legen pro Monat bis zu sechs Eier; daraus schlüpfen nach drei bis acht Wochen kleine Regenwürmer.
Terra preta
ist die Bezeichnung für einen Boden der erst durch Kultivierung entsteht Prozesse mit beteiligt sind.
Die Schichtdicke dieser Erde soll er im Laufe der Kultivierung dieses Bodens ständig zunehmen. Auf diese Art müsste er auch Biomasse ohne Rück Zerfall in CO2 abgelagert werden.
Von den tropischen Primärwäldern wird ja behauptet, dass sie CO2 neutral wären - die Bildung von Biomasse und der Zerfall derselben würden sich die Waage halten. Die schrecklichen, ständig sich weiter ausbreitenden Branddrohungen jedenfalls, da ist man sich wenigstens einig, führen klimatisch und bodentechnisch unweigerlich in die Katastrophe.
Die weltweit zunehmende Versteppung, Versalzung und Verwüstung ehemaliger Natur und Kulturlandschaften sollte uns alle eigentlich veranlassen, einen kleinen im Rahmen des persönlich möglichen Beitrag zu leisten, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.
Der Aufbau eines Garten, in dem sich die Biomasse unterirdisch anhäuft und dadurch den Boden in vielfältigster Weise bereichert, ist auch in der Lage sehr viel Wasser aufzunehmen und für Trockenzeiten zu bindenund genau das ist auf jeden Fall der Weg in die richtige Richtung (Nachhaltigkeit)!