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Ginkgo

Ginkgo biloba (Fächerblattbaum)

Ginkgos sind weder Laub- noch Nadelbäume. Sie werden jedoch meist eher den Nadelgehölzen zugeordnet. Da sie sehr groß werden, sollten sie nur in großen Gärten oder Parkanlagen gepflanzt werden.

Standort: sonnig

Blüte: im April und Mai; männliche Form: Kätzchen; weibliche Form: lang stielige Blüten

Blatt: sommergrün, leuchtend gelbe Herbstfärbung

Frau und Mann Ginkgo
Der "Ginkgo biloba" ist ein zweihäusiger Baum, d.h. es gibt männliche und weibliche Bäume, die in jungen Jahren schwer voneinander zu unterscheiden sind. Erst nach circa 20 bis 30 Jahren zeigt er die erste Blüte. Erst dann ist es möglich, die Geschlechter zu erkennen und jetzt erst ist auch die Fortpflanzung möglich. Beim Ginkgo geschieht dies aber etwas anders als "üblich". "Frau Ginkgo" bildet erst dann eine befruchtungsfähige Eizelle, wenn der männliche Pollen wirklich die weibliche Samenanlage erreicht hat.
Zunächst wächst ein junger Ginkgo ziemlich schnell. Innerhalb von fünf bis sechs Jahren können Ginkgos eine Höhe von zwei bis drei Metern erreichen. Danach wächst der Baum langsamer. Erst nach etwa 50 Jahren entfaltet er seine ganze Pracht.

Meist gepflanzter Baum
Der heute vorkommende "Ginkgo biloba" gilt immer noch als einer der widerstandsfähigsten Vertreter seiner Art. Er besitzt eine außergewöhnliche, natürliche Immunität gegenüber Schädlingen, der Umweltverschmutzung sowie unverträglichen Bakterien und Viren. Nachdem man in Tokio entdeckte, dass der Baum sogar abgehärtet gegenüber Autoabgasen ist, begann sein Siegeszug in den modernen Großstädten. Auch bei uns gehört der "Ginkgo biloba" zu den meist gepflanzten Bäumen. Gesetzt werden hierzulande hauptsächlich die männlichen Bäume (durch Stecklinge), da die weiblichen wegen des strengen Geruchs ihrer faulenden Samenhülle nicht sehr beliebt sind.

Bekannte Ginkgo-Städte
Besonders bekannte Ginkgo-Städte sind Weimar, Heidelberg, Frankfurt, Mönchengladbach, München und Karlsruhe. Die ältesten deutschen Ginkgos sind mehr als 200 Jahre alt. Sie wachsen im Park Wilhelmshöhe bei Kassel und im Schlosspark von Schloss Dyck am Niederrhein. Auch der berühmte "Goethe-Ginkgo" in Jena (zwischen 1792 und 94 gepflanzt), gehört zu diesen Veteranen. Ebenso wie ein Baum im Gutspark der ehemaligen Grafen von Veltheim in Harbke bei Helmstedt. Dresden ist seit dem 19. Jahrhundert für seine Ginkgo-Alleen bekannt.

Alter
Der Ginkgo ist ein Urzeit-Baum, er ist wohl der älteste Baum der Welt. Die Ursprünge des Ginkgo reichen etwa 300 Millionen Jahre zurück. Der Ginkgo soll in Ostasien die Eiszeiten überlebt haben.

Ungewöhnliche Blattform
Eines der wesentlichen Merkmale des Ur-Ginkgo waren die feingabeligen, in verblüffender Vielfältigkeit ausgebildeten "Blätter". Es gab neben zungen- bis nadelförmigen Blättern auch zwei- oder vierfach und mehr als vierfach geteilte "Blätter". Aus diesen Urformen entstand das heute weithin so bekannte und symbolhafte zweigeteilte Ginkgo-Blatt. Dieses aus den einstigen Nadeln zusammengewachsene Fächerblatt ist ein Phänomen in der Pflanzenwelt, das dem Ginkgo seinen besonderen Reiz verleiht.

Heilpflanze Ginkgo
Aus den Blättern des Ginkgo wird ein Spezialextrakt gewonnen. Dieser wird als medizinischer Wirkstoff vor allem gegen Hirnleistungsstörungen eingesetzt. Auch die Samen werden als Heilmittel verwendet.

Ginkgo-Namen
Der Ginkgo hat im Laufe der Jahrhunderte eine Vielzahl von Namen erhalten.

  • Japan: Entenfußbaum
  • im angelsächsischen Sprachraum: "Maiden hair tree" = Mädchenhaarbaum
  • Frankreich: "Arbe aux quarante ecus" = Vierzig-Taler-Baum
  • Asien: Großvater-Enkel-Baum oder Elefantenohrbaum

Deutschland: Goethebaum (wegen des Goethe-Gedichtes), aber auch Weltenbaum oder Fächerblattbaum.